Warum ich Pescetarian wurde (Deutsch)

(This is the article written by Stefanie He)
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Tierwohl ist nicht alles.
Fleischverzicht für den Umweltschutz.

Im Überblick: im Jahr 2014 bezeichneten sich ca. 4.7% aller Japaner als Vegetarier oder Veganer. In Deutschland sind es aktuell (2020) etwa 12%. 1,2

 

Es gibt viele Gründe aus denen man auf den Genuss von Fleisch verzichten kann. Sehr weit verbreitet ist der Gedanke an das Tierwohl, bedingt durch die oftmals wiedrigen Bedingungen der modernen Massentierhaltung, sowie die häufig damit verbundene Empatie für die Tiere. Einer Statista Studie zufolge gaben im Jahr 2010 61% aller befragten Deutschen an aus moralischen Gründen auf Fleisch zu verzichten. Platz zwei belegte mit 22% gesundheitliche Gründe gefolgt von emotionalen Gründen (Ø 9%)3.

 

Und obwohl diese Gründe legitim und wichtig sind, möchte ich das Thema heute einmal von einer anderen Seite beleuchten; Warum ist es sinvoll für den Umwelt- und Klimaschutz auf Fleisch zu verzichten? Dazu das wichtigste in Kürze:

  • die Trophieebenen – eine hohe Beanspruchung natürlicher Ressourcen
    hoher Flächenverbrauch zum Anbau von Futtermitteln
     →88% der landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands wird für den Anbau von Futtermitteln genutzt und auch weltweit liegt der Schnitt bei 60%4,5
     →häufig stammt Futtermittel (Sojabohnen) für den europäischen Markt aus Südamerika, wo Regenwald für den steigenden Bedarf gerodet wird
    ・7kg Getreide benötigt man um 1kg Fleisch zu produzieren6
    ・in Deutschland erzeugtes Rindfleisch aus Intensivhaltung verbraucht pro Kilogramm 5.991L Wasser. Zum Vergleich: ein Kilogramm Reis benötigt ca. 3000L Wasser, ein Kilogramm Weizen ca. 783 L7

  • Wasserverschmutzung durch Massentierhaltung
    ・Nitrifizierung des Grundwassers durch einen hohen Gülleeintrag aus der Massentierhaltung8
    ・Wasserwerke müssen zusätzliche Wasseraufbereitungsstufen einführen oder Wasser aus verschieden Quellen mischen um die geltenden Granzwerte einzuhalten9
    ・Beim Anbau von Futtermittel kommen häufig große Mengen umweltschädlicher Pestizide zum Einsatz. Diese beeinträchtigen neben Gewässern und Trinkwasser in erster Linie Insekten und die Artenvielfalt10
  • Gesundheitliche Gesichtspunkte
    ・Um die Anforderungen, die der Markt an die Massentierhaltung stellt zu erfüllen werden den Tieren häufig Wachstumshormone beigemischt. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Hormone und ihre Abbaustoffe auch Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben11
    ・Schlechte Haltungsbedingungen machen außerdem den Einsatz von Anibiotika notwendig, welches über die Nahrung auch den Weg in den menschlichen Körper findet12

Zudem sorgt eine seit Jahrzehnten wachsende Weltbevölkerung, steigender globaler Wohlstand (vorrangig in Entwicklungsländern, aber auch China) dafür, dass der weltweite Fleischkonsum in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird. Das wirkt sich nicht nur schlecht auf den Umweltschutz aus, sondern auch aufs Klima. 7,1 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent stieß die Landwirtschaft und ihre Lieferketten 2016 aus und tragen damit 14% zur globalen Treibhausgasemission bei.

Die Fleischindustrie selbst setzt sich aus einer langen und stark verzweigen Lieferkette aus oft unmöglich zurückzuverfolgenen Bestandteilen zusammen. Ausgangsprodukte wie beispielsweise Pestizide oder Dünger, die zur Herstellung von Futtermitteln eingesetzt wurden, sind für den Konsumenten auf dem fertigen Produkt nicht mehr ersichtlich. Daher lässt es sich oft gar nicht abschätzen, welche Stoffe genau auf unserem Teller landen – oder zur Lebensmittelherstellung eingesetzt wurden. Sicher ist allerdings, dass billiges Fleisch niemals ohne große Belastungen für die Umwelt produziert werden kann.

 

1 Vice 2014 https://www.vice.com/en_us/article/qvx8yx/how-to-be-vegan-vegetarian-in-japan
2 ProVeg International https://proveg.com/de/pflanzlicher-lebensstil/vegan-trend-zahlen-und-fakten-zum-veggie-markt/
3 Statista 2010 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/170358/umfrage/gruende-fuer-vegetarismus/
4 global agriculture https://www.globalagriculture.org/report-topics/meat-and-animal-feed.html
5 JapanTimes https://www.japantimes.co.jp/opinion/2019/01/28/commentary/world-commentary/vegetarians-carnivores-technology/
6 Bundesinformationszentrum Landwirtschaft https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-arbeiten-foerster-und-pflanzenbauer/was-waechst-auf-deutschlands-feldern
7 Virtuelles Wasser http://virtuelles-wasser.de/getreide.html
8 Nitrifizierung des Grundwassers https://www1.wdr.de/wissen/natur/nitrat-grundwasser-politik-100.html
9 Klärstufen https://books.google.co.jp/books?id=wcAkBgAAQBAJ&pg=SL14-PA106&lpg=SL14-PA106&dq=nitrat+reinigungsstufen+kl%C3%A4ranlage&source=bl&ots=m2Pf9-OELk&sig=ACfU3U0jGZ5TV_eChR7CI4R1WgbCuTE2sw&hl=en&sa=X&ved=2ahUKEwig86H8xM7pAhUafXAKHbTlB1AQ6AEwA3oECAkQAQ#v=onepage&q=nitrat%20reinigungsstufen%20kl%C3%A4ranlage&f=false
10 Artenvielfalt NABU https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/umweltschutz/pestizide/index.html
11  Wachstumshormone auf dem Teller https://www.maz-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Hormonfleisch-auf-deutschen-Tellern
12 Antibiotikarückstände im Fleisch https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/antibiotika-so-viel-steckt-in-deinem-steak/

 

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